SELBSTERFAHRUNGSEMINAR   'FAMILIENSTELLEN'   

                            Ohne Wurzeln keine Flügel

 

Was ist Familienstellen

Ereignisse, die unbewusste Bindungen entstehen lassen

Anlass für eine Aufstellung

Wie funktioniert eine Aufstellung

Teilnahme am Selbsterfahrungsseminar

Wichtige Fakten der Familiengeschichte - Genogramm

 

Was ist Familienstellen

Als Wurzel seiner Existenz ist jeder Mensch Teil einer Familie. Die Familie ist ein System, aus dem man sich nicht einfach ausklinken kann. Unsere Eltern bleiben unsere Eltern, auch wenn wir glauben, uns von ihnen lossagen zu können.

Bei seiner Arbeit entdeckte Hellinger, dass Familiensysteme bestimmten Regeln und Ordnungen unterliegen. Kommt diese Ordnung in ein Ungleichgewicht, sorgt das so genannte "Familiengewissen" für entsprechenden Ausgleich. Dies bedeutet, dass oft noch mehrere Generationen danach die Folgen zu spüren sind: Krankheiten, negative Verhaltens- oder Beziehungsmuster, Streit, Probleme usw.  Oder es werden unbewusst unglückliche Beziehungen, beruflicher Misserfolg, unerklärliche Gefühle, seelische oder körperliche Krankheiten nachgelebt.  

Geschehen in einer Familie dramatische Ereignisse, entstehen so genannte Verstrickungen. Unbewusst identifizieren sich dann nachgeborene Kinder mit jemandem aus der Familie und übernehmen blind sein Schicksal, seine Gefühle oder seine Schuld. Sie verstricken sich energetisch, wodurch viel Leid entstehen kann. Der Betroffene ist abgeschnitten von den lebendigen, erfüllenden Kraftquellen, die aus den Ordnungen der Liebe fließen.

 

Erleben wir Situationen, denen wir ratlos gegenüber stehen, dann wirken hier häufig Zusammenhänge oder Lebensmuster, die uns nicht bewusst sind.

Bei Familienaufstellungen zeigt sich, was in der Tiefe des Familiensystems wirkt. Unbewusste Bindungen und Hintergründe werden ans Licht gebracht und erfahrbar gemacht. Dies setzt in den Betroffenen Kräfte frei um sich von der belastenden Familiengeschichte zu befreien, eine gute Lösung wird ermöglicht.

Mit der Klärung des Familiensystems als Voraussetzung für gute Gesundheit können Krankheiten besser therapiert werden, Süchte sind erfolgreicher zu bekämpfen, Probleme leichter zu lösen.

Die Methode der systemischen Familienaufstellung bietet wie kaum eine andere Methode die Möglichkeit, in kurzer Zeit und sehr verdichteter Form komplexe Zusammenhänge und Dynamiken präzise darzustellen. So wird Versöhnung möglich. Wenn jeder den ihm gebührenden Platz in der Familie einnimmt, jeder sein Schicksal und seine Schuld selber trägt, können die Selbstheilungskräfte eines Menschen und seiner ganzen Familie wieder fließen und vieles kann sich so zum Guten wenden. Sind die Verstrickungen des Familiensystems gelöst, können sich die Beziehungen in der Familie normalisieren, die glückliche Beziehung in Partnerschaft, Familie oder Beruf kann gelingen. Das neu entstandene innere Bild der Familie bewirkt eine Neuorientierung und entlastet alle Mitglieder. Es ist wie ein wieder-gefundener Anschluss an den Urquell des Lebens. Eine neue Lebenskraft bringt wie von selbst Versöhnung und Heilung in Gang und findet "gute Lösungen" für die unterschiedlichsten Probleme. Der Weg für ein selbst bestimmtes glückliches Leben ist frei. Diese Methode ist eine wunderbare Hilfe zur Selbsthilfe

 

Eine Aufstellung ermöglicht auch aufschlussreiche Einblicke in die tieferen Zusammenhänge jeglicher Gruppierungen, wie z.B. Arbeitsgruppen, Klassen, Firmen, Teams, Vereine etc. In so genannten Supervisionen erhält man Einblicke in besondere Konstellationen, die förderlich oder hinderlich für die jeweilige Gruppe sind.

 

Ereignisse, die unbewusste Bindungen entstehen lassen

Unbewusste Bindungen, die so genannten Verstrickungen in Familiensystemen, entstehen durch tragische Ereignisse, wie zum Beispiel:

·  Abtreibung, Fehlgeburt, Totgeburt,

·  Unfalltod, Tod von Kindern, früher Tod eines Elternteils

·  Adoption, weggegebenes Kind

·  Halbgeschwister

·  Schweres Schicksal

·  Krankheit mit schwerwiegendem Ausmaß

·  Ausgeschlossenes Familienmitglied

·  Unglückliche große Liebe

·  Missbrauch

·  Evtl. frühere Partner der Eltern

·  sonstiges dramatisches oder traumatisches Ereignis

·  Kriegsgeschehen

·  u.v.m.

 

Anlass für eine Aufstellung

Anlass für eine Aufstellung können sein:

·     Stark zerstrittene Familienmitglieder

·     große Probleme zwischen Eltern und Kindern

·     verhaltensauffällige Kinder

·     Partnerschaftsprobleme, Scheidung

·     übermäßige Eifersucht,

·     Schuldgefühle

·     Ängste

·     Mobbing

·     Depressionen

·     Süchte: Alkohol, Drogen, Magersucht, Bulimie, Fettsucht, Nikotin,

·     Neurodermitis, Allergien

·     MS

·     Kopfschmerzen, Migräne, Rückenschmerzen

·     Psychosomatische Krankheiten

·     Rheuma

·     chronische Krankheiten

·     Therapieresistenzen

·     Krebs

·     u.v.m.

 

Familienaufstellungen helfen u.a. dabei:

·   Nachfolgetendenzen in schwere Schicksale zu erkennen und zu lösen,

·   einen guten Platz für sich und andere zu finden,

·   den Platz im Leben finden

·   Beziehungsfragen zu klären und Entscheidungen zu treffen,

·   Lösungen in Erziehungsfragen zu finden

·   Konflikte zu lösen

·   sich mit der eigenen Familie zu versöhnen

·   die Familie und ihre Ordnung als Quelle der Kraft zu erleben

·   Schuldgefühle zu lösen

·   Selbstliebe zu entwickeln

·   Selbstwert aufzubauen

·   mit dem eigenen Schicksal in Einklang kommen

·   Gesundheit zu fördern

·   in den Fluss des Lebens zu kommen

·   den eigenen Weg zu gehen

·   inneres Gleichgewicht zu finden 

·   u.v.m.

 

Für eine effektive Arbeit mit der systemischen Familientherapie ist es hilfreich, wenn der Teilnehmer vor seiner Aufstellung Informationen über sein Familiensystem einholt.  à Siehe Fragebogen "Fakten der Familiengeschichte"

 

Wie funktioniert eine Aufstellung

Voraussetzung für das Gelingen einer Aufstellung ist die Bereitschaft des Klienten, an sich zu arbeiten!  

Sehr hilfreich für Aufstellungen ist es, wenn Sie etwas Familienforschung betreiben.

 

Der formale Ablauf einer Aufstellung:

Zunächst findet ein Vorgespräch statt, bevorzugt in den Tagen vor dem Seminar.

Bei diesem Gespräch werden wichtige Elemente für eine Aufstellung erörtert und das Anliegen formuliert, das der Ausgangspunkt für die Aufstellung ist.

Dabei wird auch festgelegt, welche Familienmitglieder relevant sind für die Aufstellung.

Im Seminar wird dann die Familie aufgestellt: Aus den Teilnehmern der Seminargruppe werden je einen Stellvertreter für die relevanten Familienmitglieder ausgesucht. Diese Stellvertreter werden spontan und ohne zu sprechen, nach einem inneren Bild in Beziehung zueinander im Raum positioniert. Sie werden 'aufgestellt'  und somit in ein Energiefeld gestellt, das den Stellvertretern ermöglicht, über körperliche oder emotionale Wahrnehmungen die innere Familienstruktur widerzuspiegeln. Die Stellvertreter können nun befragt werden. Es geht dabei um Gefühle und Empfindungen, nicht darum, was die Stellvertreter denken. Dies ermöglicht Einblicke in die unbewussten Verbindungen und Wirkmechanismen.

Nun wird eine gute Lösung für alle Familienmitglieder erarbeitet - unter anderem durch Verändern der Positionen zueinander, Aussprechen von bisher Unausgesprochenem, Übernehmen von Verantwortung, durch Loslassen usw. Was übernommen wurde, wird in Achtung dorthin zurückgegeben, wo es hingehört. Wesentlich zur Lösung tragen auch bestimmte lösende Worte bei.

Dies alles geschieht ohne Verurteilung oder Schuldzuweisung in liebevollem Umgang, ohne Druck und individuell auf die jeweilige Situation angepasst.

Fühlen sich alle Familienmitglieder wohl und stehen auf ihrem bestmöglichen Platz, stellt zum Abschluss der Aufstellung in der Regel der Klient selbst sich auf seinen Platz. Er spürt sich in die nun neue Situation ein und die Lösung wird erfahrbar.

Damit ist die Aufstellung beendet. Nun liegt es bei jedem selbst, was er/sie daraus macht.

 

Idealerweise nimmt der Klient dieses Lösungsbild in sich auf und lässt es wirken. Das neue innere Familienbild bringt den, der es zulässt in Einklang mit seinen Wurzeln.

Voraussetzung für das Gelingen einer Aufstellung ist die Bereitschaft des Klienten, an sich zu arbeiten!  

 

Mit Interpretationen wird sparsam umgegangen. Es ist wichtiger, dass ein innerer Prozess stattfindet, der Veränderung bewirkt. Deutungen sind oft spekulativ.

Aufstellungen bringen einen inneren Prozess in Gang. Das kann dann auch später eine Ergänzung erfordern oder eine neue Aufstellung.

 

Die Teilnahme als Stellvertreter ist eine gute Möglichkeit, diese Methode kennen zu lernen. Auch ohne eigene Aufstellung ist die Erfahrung, mit anderen Menschen die Sicht der 'Seele' kennen zu lernen, sehr berührend und bereichernd. Wer sich darauf einlässt, findet dabei oft auch für sich selbst Lösungen.

 

Teilnahme am Selbsterfahrungsseminar

Familienaufstellungen sind keine Rollenspiele.

Für die Teilnahme sind keine Vorkenntnisse oder besonderen Fähigkeiten notwendig.

Jeder, der offen der Methode begegnet, kann eigenverantwortlich teilnehmen.

Bitte die Teilnahmebedingungen beachten!

Voraussetzung für das Gelingen einer Aufstellung  ist die Bereitschaft des Klienten, an sich zu arbeiten!  

 

Für die Teilnahme am Seminar wird eine normale psychische und physische Belastbarkeit vorausgesetzt. Bei Einschränkungen ist die Teilnahme mit dem Arzt abzusprechen und unbedingt auch die Seminarleitung zu informieren.

 

Wir kommen in Einklang mit dem Schicksal. Das erst macht Heilung möglich.

Seelisches Heilwerden ist nicht notwendigerweise an körperliche Genesung gebunden.

Familienaufstellungen können eine medizinische oder andere therapeutische  Therapie unterstützen, aber nicht ersetzen!

Notwendige Therapien dürfen auf keinen Fall vernachlässigt werden!

 

 Wichtige Fakten der Familiengeschichte - Genogramm  (Druckversion: Word  / PDF)

Sehr hilfreich für Aufstellungen ist es, wenn Sie etwas Familienforschung betreiben. So lässt es sich effektiver arbeiten. Deshalb bitte vor einer Aufstellung prüfen, welche der unten genannten Fakten möglicherweise ein Thema in der Familie ist bzw. war.  Auch wenn Sie bisher keine Informationen über Ihre Herkunftsfamilie haben, wenn Sie beginnen sich dafür zu interessieren, erhalten Sie manchmal bedeutsame Informationen aus ganz unerwarteten Quellen.

Aber auch ohne Informationen über Ihre Herkunftsfamilie ist eine Aufstellung möglich.

 

Zur Familie gehören

            a) in der Herkunfts- bzw. Ursprungsfamilie

·         Sie selbst

·         Ihre Geschwister (auch Halbgeschwister), lebende und tote

·         die Eltern und deren Geschwister (=Onkel und Tanten)

·         die Großeltern

·         die Urgroßeltern

 

            b) in der Gegenwartsfamilie

·         Sie selbst

·         Ihr(e) Partner(in)

·         alle gemeinsamen Kinder

·         die ehemaligen Partner von beiden und Kinder aus diesen Beziehungen

 

Auch Abtreibungen, Fehlgeburten, Totgeburten gehören zur Familie.

Außerdem gehört jeder dazu, der einem von oben genannten Familienmitgliedern Platz gemacht hat, zB die erste Frau des Großvaters, die früh gestorben ist, er heiratete dann seine zweite Frau, die Großmutter.

Auch geschiedene Partner gehören dazu.

 

Fragen zur Familiengeschichte:

Ist jemand sehr früh gestorben? Durch Unfall/Krankheit

Gibt es Unfalltod, Tod von Kindern, früher Tod eines Elternteils

Gibt es Verbrechen oder schwere Schuld in der Familie?

Gibt es Missbrauch?

Gibt es frühere Beziehungen der Eltern zu anderen Partnern? Eine unglückliche große Liebe?

Gibt es Schicksale, die jemand zum Außenseiter machte, wie Behinderung, nichteheliche Geburt, Aufenthalt in der Psychiatrie oder im Gefängnis, Homosexualität, Auswanderung?

Gibt es ein ausgeschlossenes Familienmitglied? Ein "schwarzes Schaf"?

Gibt es Abtreibungen, Fehlgeburten, Totgeburten? Gibt es Mehrlingsschwangerschaften, bei denen ein Fötus während der Schwangerschaft abgestorben ist?

Gibt es Schicksale, bei denen die Beziehungen von Kindern zu den natürlichen Eltern schwer beeinträchtigt wurden, z.B. wenn jemand adoptiert wurde oder bei Pflegeeltern aufwuchs? Wurde ein Kind weggegeben?

Gibt es Krankheiten mit schwerwiegendem Ausmaß?

Schwere Schicksale?

Wurde jemand aus seiner Heimat vertrieben?

Hat jemand Eltern aus zwei Nationalitäten?

Gibt es Erbstreitigkeiten? Wurde ein Familienmitglied bei der Erbfolge übergangen?

Gibt es stark zerstrittene Familienmitglieder?

Gibt es Süchte: Alkohol, Drogen,….

Gibt es sich wiederholende Schicksale? Depressionen, Psychosen? Krankheiten? …..